Verschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt Telegram channel photo

Verschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt

Verschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt shares Aprendizado de Idiomas updates and media on Telegram. Join to stay updated.

720

Last views

6.4k (6,445 subscribers)
Membros
—
Rating
50
Total Posts
Oct 20, 2026, 11:51 AM
Atualizado
Mar 28, 2026
Created
Stats

Você está vendo conteúdo em português. Para ver conteúdo em outros idiomas, mude o idioma do site.

Channel Information

Channel Information
Channel NameVerschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt
Username@verschuetteteheilkunst
CategoryAprendizado de Idiomas
Languageportuguês
CountryBrasil
Membros6,445
Channel TypePublic Channel
Created28 de mar. de 2026
Last Updated20 de out. de 2026 • há 3 dias
StatusActive

Classificação

Classificação Global
#273865-134
Classificação por Idioma
#6208-17
Classificação por Categoria
#1952-5

Crescimento de Participantes

Total: 6.4K30 Days growth: -580.9%
09/2109/2610/0110/0610/1110/1610/20
Crescimento de Participantes - 30 Days
DateSubscribers
21:09:20266,503
22:09:20266,503
23:09:20266,503
24:09:20266,503
25:09:20266,502
26:09:20266,502
27:09:20266,502
28:09:20266,502
29:09:20266,502
30:09:20266,502
01:10:20266,502
02:10:20266,502
03:10:20266,502
04:10:20266,502
05:10:20266,502
06:10:20266,502
07:10:20266,502
08:10:20266,502
09:10:20266,502
10:10:20266,502
11:10:20266,502
12:10:20266,455
13:10:20266,455
14:10:20266,455
15:10:20266,455
16:10:20266,455
17:10:20266,455
18:10:20266,455
19:10:20266,455
20:10:20266,445
Crescimento de Participantes - Weekly
DateSubscribers
Week of 30:03:20266,523
Week of 06:04:20266,522
Week of 13:04:20266,515
Week of 20:04:20266,500
Week of 27:04:20266,500
Week of 04:05:20266,500
Week of 11:05:20266,490
Week of 18:05:20266,490
Week of 25:05:20266,457
Week of 01:06:20266,458
Week of 08:06:20266,430
Week of 15:06:20266,430
Week of 22:06:20266,414
Week of 29:06:20266,414
Week of 06:07:20266,414
Week of 13:07:20266,537
Week of 20:07:20266,525
Week of 27:07:20266,521
Week of 03:08:20266,521
Week of 10:08:20266,498
Week of 17:08:20266,498
Week of 24:08:20266,515
Week of 31:08:20266,515
Week of 07:09:20266,515
Week of 14:09:20266,503
Week of 21:09:20266,502
Week of 28:09:20266,502
Week of 05:10:20266,502
Week of 12:10:20266,455
Week of 19:10:20266,445
Crescimento de Participantes - Monthly
DateSubscribers
April 20266,500
May 20266,457
June 20266,414
July 20266,525
August 20266,515
September 20266,502
October 20266,445
Crescimento de Participantes - Yearly
DateSubscribers
20266,445

Últimos Posts

Auch ein anderer Arzt ging dieser Frage nach.

John C. Lowe vertrat die These, dass Fibromyalgie in den allermeisten Fällen auf eine unzureichend behandelte Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenhormonresistenz zurückzuführen sei. Bei einer solchen Resistenz, so seine Erklärung, reagierten die Körperzellen nicht ausreichend auf die vorhandenen Schilddrüsenhormone.

Um seiner Annahme nachzugehen, beschäftigte sich Lowe unter anderem mit der Behandlung von Fibromyalgiepatienten mit T3 – dem Schilddrüsenhormon Triiodthyronin. Er publizierte seine Ergebnisse und berichtete über deutliche Besserungen bis hin zum vollständigem Verschwinden der Beschwerden. Weitere Untersuchungen folgten.

Eine seiner Veröffentlichungen beschrieb beispielsweise vier Fibromyalgiepatienten, deren Schilddrüsenwerte unauffällig waren. Die Untersuchung erstreckte sich über mehr als neun Monate und umfasste abwechselnde Behandlungsphasen mit T3 und Placebo.
Die als wirksam beschriebenen T3-Dosierungen lagen zwischen 118,75 und 162,5 Mikrogramm. Lowe berichtete, dass die wiederholte Gabe von T3 mit deutlichen Verbesserungen einherging, während sich die Beschwerden nach dem Absetzen erneut verschlechterten.

Am Ende der Untersuchung erfüllte keine der vier Personen mehr die diagnostischen Kriterien für Fibromyalgie. 

Lowe veröffentlichte seine Arbeiten, stellte sie auf Fachkongressen vor und setzte sich dafür ein, seine Sicht auf Fibromyalgie und Schilddrüsenhormone in die medizinische Diskussion einzubringen.
Doch seine Veröffentlichungen blieben vielen Ärzten unbekannt.
Im Januar 2012 starb John C. Lowe überraschend. Seine Forschungsarbeit zur Fibromyalgie blieb unvollendet.

➖➖➖➖➖➖➖➖

BRODA BARNES, BRUCE RIND UND JOHN LOWE - DIESE 3 ÄRZTE HABEN ZWEI GEMEINSAMKEITEN: Sie behandelten alle sehr erfolgreich eine Schilddrüsenunterfunktion mit den von der Pharmaindustrie gerne vergessenen natürlichen Schilddrüsenhormonen.

Sie wendeten Methoden der Diagnostik der Schilddrüsenunterfunktion an, die ohne Bluttests auskommt und die jeder Mensch selbständig zu Hause durchführen kann.

https://web.archive.org/web/20190702221322/http://natuerliche-schilddruesenhormone.com/

⭐️ @VerschuetteteHeilkunst ⭐️
720009
In einem Interview aus dem Jahr 2019 erklärte er, dass es lange gedauert habe, bis chronische Erschöpfung und Fibromyalgie als Erkrankungen anerkannt worden seien. Vor 1980 hätten diese Krankheitsbilder in ihrer heutigen Form praktisch nicht existiert.

Dabei verwies er auf medizinische Literatur aus den 1930er-Jahren. Darin seien Symptome und Anzeichen, wie sie später mit chronischer Erschöpfung und Fibromyalgie in Verbindung gebracht wurden, bereits als mögliche Erscheinungsformen einer Schilddrüsenunterfunktion beschrieben worden.

Die damaligen Autoren hätten nach Derrys Darstellung betont, dass sich solche Beschwerden bei frühzeitiger Behandlung mit ausreichend dosierten Schilddrüsenpräparaten leicht beheben ließen. Zugleich hätten sie beobachtet, dass es umso schwieriger werden konnte, sämtliche Symptome rückgängig zu machen, je länger die Unterfunktion und die damit verbundenen Beschwerden bestanden.

In einem Interview mit Mary Shomon erläuterte er, weshalb er diesen Zusammenhang für bedeutsam hielt:

Mary Shomon: Sie haben erklärt, dass Sie sowohl chronische Erschöpfung als auch Fibromyalgie als Zustände einer Schilddrüsenunterfunktion ansehen. Manche Ärzte betrachten diese beiden Erkrankungen als Erscheinungsformen einer schwer zu diagnostizierenden Unterfunktion, während andere Studien behaupten, dass kein Zusammenhang bestehe. Können Sie erklären, warum Sie eine Verbindung zwischen diesen Erkrankungen sehen?

David Derry: Über viele Jahre stützte die Literatur aus der Zeit vor Einführung des TSH-Tests die Auffassung, dass eine Schilddrüsenunterfunktion vorlag, wenn die Symptome auf Schilddrüsenhormone ansprachen – besonders dann, wenn sie nach dem Absetzen wiederkehrten.

Meine eigenen Patienten, die chronische Erschöpfung oder Fibromyalgie entwickeln, behandle ich mit Schilddrüsenpräparaten. Und alle – ich meine wirklich alle – ihre Symptome verschwinden. Wenn ich das Präparat absetze oder die Patienten es aus irgendeinem Grund selbst absetzen, kehren sämtliche Symptome in den folgenden Monaten langsam zurück.
Andere Patienten, die von außerhalb meiner Praxis zu mir kommen, sprechen ungefähr entsprechend der bisherigen Dauer ihrer Erkrankung an. Ich habe jedoch viele erfreuliche Überraschungen erlebt: Menschen, die seit sechs Jahren oder länger durch Fibromyalgie oder chronische Erschöpfung stark beeinträchtigt waren und deren Symptome im Verlauf von sechs Monaten bis zu einem Jahr langsam vollständig verschwanden. Es ist natürlich eine Freude, das zu erleben.

Interview mit Dr. David Derry, 2019: https://web.archive.org/web/20190525200844/http://www.thyroid-info.com/articles/david-derry.htm (archivierte Fassung)

👇👇👇👇👇👇👇👇
645004
Am 8. Dezember 1900 begann Wagner-Jauregg, sie mit Tabletten zu behandeln, die tierische Schilddrüsensubstanz enthielten und von Burroughs Wellcome & Co. in London stammten.

Der Behandlungserfolg sprach sich herum. In der zeitgenössischen Schilderung heißt es:

„Bei der Behandlung der Kinder des Uhrmachers, der ein gebürtiger Sachse war, hatte er Erfolg, der sich herumsprach. Leider zeigten aber gerade die Ärzte in Judenburg kein Interesse an diesen Untersuchungen, und so wollte Wagner-Jauregg die Aktion auf die Umgebung von Judenburg, die Orte Fohnsdorf, Zeltweg, Weissenkirchen und Knittelfeld ausdehnen.“ 

Die Vorstellung, dass eine Erkrankung durch eine gezielte Behandlung der Schilddrüse beeinflusst werden könnte, war damit keineswegs neu. Jahrzehnte später tauchte eine ähnliche Frage in einem ganz anderen Zusammenhang wieder auf – diesmal bei Menschen, deren Leben von Schmerzen und einer oft langen Suche nach möglichen Ursachen geprägt war.

Die Erkrankung, um die es geht, ist die Fibromyalgie. Bis heute suchen Betroffene nach Wegen, ihre Beschwerden zu lindern. Doch welche Rolle könnte die Schilddrüse dabei spielen?

Der amerikanische Arzt Broda Barnes griff die Verbindung zwischen Schilddrüsenfunktion und Schmerzen in seinem Buch Hypothyroidism: The Unsuspected Illness auf. Im Kapitel „Arthritis“ schilderte er die Fälle Hunderter Patienten mit rheumatischen Beschwerden und einer aus seiner Sicht verminderten Schilddrüsenfunktion. Er berichtete, dass sich ihre Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen nach einer Schilddrüsenbehandlung gebessert hätten.

Barnes bevorzugte getrocknete tierische Schilddrüsenpräparate. Diese bestehen aus aufbereitetem Drüsengewebe und enthalten unter anderem die Schilddrüsenhormone T4 und T3. 

Mit seinen Beobachtungen stand Barnes nicht allein. Er verwies auf den belgischen Arzt Eugène Hertoghe, der bereits 1914 in New York über Verbesserungen rheumatischer Beschwerden unter einer Schilddrüsenbehandlung gesprochen hatte. Auch der britische Rheumatologe D. N. Golding beschrieb 1970 Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion, die unter Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden, Steifigkeit und Krämpfen litten.

Barnes zufolge besserten sich die Beschwerden dieser Patienten nach Beginn der Behandlung innerhalb weniger Wochen, in manchen Fällen allerdings erst nach mehreren Monaten.

Die Frage, ob hinter chronischen Schmerzen und Erschöpfung eine unzureichende Schilddrüsenfunktion stehen könnte, beschäftigte später auch den kanadischen Arzt Dr. David Derry. Mit seiner zusätzlichen wissenschaftlichen Ausbildung in Biochemie und seiner Erfahrung in der medizinischen Forschung entwickelte er eine eigene Sichtweise auf diese Beschwerden.

Derry vertrat die Auffassung, dass eine Schilddrüsenunterfunktion auch dann vorliegen könne, wenn der TSH-Wert unauffällig sei. Seiner Ansicht nach könnte eine unzureichende Schilddrüsenfunktion bei chronischer Müdigkeit, Fibromyalgie und weiteren Beschwerden eine bedeutende Rolle spielen.

Zahlreiche seiner Patienten berichteten von einer Verbesserung ihrer Lebensqualität unter seiner Behandlung. Gleichzeitig führte seine Verschreibungspraxis zu einem berufsrechtlichen Konflikt mit der Ärztekammer der kanadischen Provinz British Columbia, in dessen Verlauf ihm die ärztliche Zulassung entzogen wurde.

Derrys Blick zurück auf eine Zeit, in der chronische Erschöpfung und Fibromyalgie als eigenständige Krankheitsbilder noch kaum anerkannt waren, liefert weitere Hinweise:

👇👇👇👇👇👇👇👇
633006
Photo1/2
Die Geschichte beginnt in der Steiermark. Damals gehörte der Kropf so sehr zum Bild der Region, dass er beinahe als zweites Landeswappen galt. Doch hinter diesem vertrauten Anblick verbarg sich für viele Menschen ein schweres Schicksal. Zu den Folgen des sogenannten Kretinismus zählten unter anderem Kleinwuchs, verkürzte Extremitäten, Sprachstörungen und Schwerhörigkeit.

Prof. Dr. Julius Wagner-Jauregg beschäftigte sich bereits seit 1884 mit der Funktion der Schilddrüse. Im Sommer 1892 zog er mit Verzeichnissen der Betroffenen von Bauernhof zu Bauernhof durch die Steiermark, um die damals als „Kretins“ bezeichneten Menschen persönlich zu untersuchen.

Im Mai 1900 kam Bewegung in seine Bemühungen. Die Presse hatte von seiner Arbeit erfahren und begann darüber zu berichten. Daraufhin meldete sich ein Uhrmacher aus Judenburg, dessen drei Kinder alle erkrankt waren.

👇👇👇👇👇👇👇👇
696006
Besuche in Großstädten eignen sich immer gut, um Trends zu verfolgen. Dieses Foto habe ich in Berlin aufgenommen. Es symbolisiert den fortschreitenden Transhumanismus sowie die zunehmende Beziehungslosigkeit und Entfremdung der Menschen.

Menschen brauchen erfüllende Beziehungen zu anderen, um Mensch zu sein. Wir sind soziale Wesen und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit ist eines der stärksten menschlichen Bedürfnisse.

Beziehungen zu Maschinen und Algorithmen mögen zwar verlockend erscheinen, können das Leben in menschlicher Gesellschaft aber niemals ersetzen. Letzteres hat besonders in Partnerschaften und bei der Elternschaft das Potenzial, den Menschen an seine tiefsten Wunden zu erinnern. Wenn er diese integriert, kann er gemeinsam mit anderen wachsen und erwachsen werden.

Die Vorstellung, Beziehungen an- und ausschalten zu können, entspringt wahrscheinlich dem Kontrollwahn des zivilisierten, aber nicht voll bewussten Menschen. Dieser glaubt irrtümlicherweise, die Welt ließe sich kontrollieren. Bloß nicht zu viel feste Bindung. Es könnte echte Nähe entstehen und dann Verlustängste ausgelöst werden. Doch maximale Flexibilität bedeutet auch Entwurzelung und letztlich Verlassenheit.
9770032
Die Kinderlähmung - eine Vergiftung? - Teil 6️⃣

👉In einer Studie in Detroit, hat man in Stuhlproben von fast 1.000 Menschen mit diagnostizierter Polio nur bei einem Drittel tatsächlich Polio nachweisen können. Alle anderen waren an einem anderen lähmenden Virus erkrankt.

👉In Wirklichkeit konnten die Ärzte nicht wissen, was die Lähmung verursachte. Es könnte einer der vielen verschiedenen Viren, Pestizide oder sogar Bakterien gewesen sein.

👉Auch heute noch kämpfen Länder, die giftige Pestizide einsetzen, mit der Kinderlähmung, auch Polio genannt.

👉Mutierte Stämme des Polio-Impfstoffs verursachen jetzt mehr Lähmungen als die wilde Polio
In diesem Jahr (2017) gab es bisher nur sechs Fälle von wilder Polio - und 21 Fälle von durch Impfung übertragener Polio, die meisten von ihnen in Syrien.

👉Was kann man also aus all dem mitnehmen? "Polio" ist ein vom Menschen verursachtes Problem. Die Lähmungen, die durch direkte Pestizidexposition ODER durch das Eindringen von Viren in das Rückenmark verursacht werden, lassen sich direkt auf eine vom Menschen verursachte Ursache zurückführen.

👉Sie trat in den 1890er Jahren durch die Einführung von Bleiarsenat in epidemischer Form auf und verschwand in den 1950er Jahren, als der Einsatz von DDT zurückging.

▶️ Quelle

Und schon damals gab es wirksame Behandlungsmöglichkeiten:

▶️ Spektakuläre Heilungserfolge bei Polio/ Kinderlähmung

@VerschuetteteHeilkunst

Threadreaderapp

Thread by @forrestmaready on Thread Reader App

@forrestmaready: 1. The polio story as you learned it is wrong. It’s one of the most often misunderstood sequence of events in the last two hundred years. I wanted to explain a few things about the...…

1,6900018
Photo
Die Kinderlähmung - eine Vergiftung? - Teil 5️⃣

👉Laut modernen Wissenschaftlern, gelangt das Virus ins Blut und erreicht von dort aus das Rückenmark. Aber warum befällt die Infektion fast immer den unteren Teil des Rückenmarks, wenn die Blutversorgung das gesamte Rückenmark gleichmäßig erreicht?

👉Ich glaube, dass Säuglinge und Kinder am stärksten betroffen waren, weil das untere Ende des Rückenmarks von Säuglingen (der Teil, der die Beine steuert) direkt hinter den Därmen liegt.

👉Wenn man wächst, wächst das Rückenmark nicht mehr so stark wie die Wirbel, und bei Erwachsenen liegt das untere Ende des Rückenmarks schließlich viel höher als der Darm - weit außerhalb der Reichweite der meisten toxischen oder mikrobiellen Angriffe.

👇👇👇👇👇👇👇👇
1,360008
Photo
Die Kinderlähmung - eine Vergiftung? - Teil 4️⃣

👉Nach dem 2. Weltkrieg wurde DDT überall eingesetzt und direkt auf das Essen der Kinder, ihre Kleidung, ihr Bettzeug usw. gesprüht. Es machte die Menschen sehr krank, und die Lähmungserscheinungen der Poliomyelitis nahmen explosionsartig zu. Es war furchtbar.

👉1952 wurde klar, dass viele Insekten gegen DDT resistent wurden, und die Giftigkeit des Mittels beunruhigte die Menschen zunehmend. Man begann, sicherere Pestizide zu verwenden, und als auch das Bleiarsenat von der Bildfläche verschwand, begann die Kinderlähmung zu verschwinden.

👉Sogar Steedman's Teething Powder, das quecksilberhaltige Produkt, das so lange an zahnende Säuglinge verabreicht wurde, erschien mit veränderter Formel auf dem Markt.

👇👇👇👇👇👇👇👇
1,250007
Die Kinderlähmung - eine Vergiftung? - Teil 3️⃣

👉Diese Epidemien betrafen vor allem Kinder, aber es gab noch eine weitere seltsame Gruppe von Opfern: Tiere. Pferde, Hunde, Hühner, Schweine. Sie alle starben an Poliomyelitis - Läsionen im Rückenmark, die zu Lähmungen und Tod führten.

👉Diese frühen Ausbrüche werden als die ersten Polioausbrüche in den USA bezeichnet, aber wir wissen, dass sie nicht auf das Poliovirus zurückzuführen sein können, wenn Tiere befallen wurden.

👉Der Hauptgrund, dass die Geschichte der Kinderlähmung auch heute noch so falsch verstanden wird: Die Koch'schen Postulate.

👉Die Koch'schen Postulate waren einige Forschungsrichtlinien, die im Grunde besagten, dass es für jede Krankheit eine einzige verursachende Mikrobe gibt. Das galt auch für alle anderen Krankheiten: Cholera, Typhus, Diphtherie.

👉In den folgenden Jahren entdeckten die Wissenschaftler, dass viele Dinge eine Poliomyelitis auslösen konnten - nicht nur Arsen. Es gab verschiedene Viren und Bakterien, die bei direkter Injektion in das Nervensystem Läsionen verursachen konnten, die zu Lähmungen führten.

👉Mit den Postulaten von Koch als Leitfaden für ihre Suche begannen sie, sich auf dieses eine Virus als DIE Ursache der Poliomyelitis zu konzentrieren, obwohl sie wussten, dass es viele andere Ursachen gab. Dieser Fehler sollte in den nächsten Jahrzehnten Millionen von Menschen Leid zufügen.

👉Die Frage ist, wenn Viren und Bakterien Poliomyelitis verursachen KÖNNEN, warum gab es in den 1900er Jahren plötzlich Polio-Epidemien, die es vorher nicht gegeben hatte?

👉Die ersten Ausbrüche traten immer in ländlichen Gebieten auf, in denen sich die sanitären Verhältnisse kaum verändert hatten. Und es ist kein Zufall, dass diese ländlichen Gebiete stark mit Pestiziden besprüht wurden.

👇👇👇👇👇👇👇👇
933006
Photo
Die Kinderlähmung - eine Vergiftung? - Teil 2️⃣

👉In den 1800er Jahren enthielten die gängigsten medizinischen Behandlungen für jede Krankheit Quecksilber, um den Darm zu reinigen. Säuglinge bekamen quecksilberhaltiges Zahnungspulver.

👉Das war keine Randgruppenbehandlung, sondern etwas so Alltägliches wie Tylenol (ein Schmerzmittel), das man heute vielleicht in Betracht ziehen würde. Wenn schon Arsen Kinderlähmung auslösen konnte, dann vielleicht auch Quecksilber.

👉1892 wurde in der Nähe von Boston, Massachusetts, ein neues Pestizid namens Bleiarsenat erfunden, um die Ausbreitung eines fremden Eindringlings, der Zigeunermotte, zu bekämpfen. Es kombinierte Blei und Arsen, damit es nicht so einfach abgewaschen werden konnte.

👉Das Pestizid wurde aggressiv versprüht, und innerhalb von zwei Jahren traten im Nordosten der USA die ersten echten Epidemien von Poliomyelitis (Kinderlähmung) auf.

👇👇👇👇👇👇👇👇
928009
Die Kinderlähmung - eine Vergiftung? - Teil 1️⃣

👉Der erste moderne Bericht über etwas, das der Kinderlähmung ähnelt, stammt aus dem Jahr 1789. Ein Arzt namens Michael Underwood beschrieb eine Krankheit bei Kindern, die er "Debilität der unteren Extremitäten" nannte. Er führte sie auf Zahnen und Darmverstopfung zurück.

👉Eine der nächsten Erwähnungen stammt aus Louisiana im Jahr 1841. Einige Kinder erkrankten an Lähmungen. Die angebliche Ursache: Zahnen. Aber warum sollte Zahnen mit Lähmungen in Verbindung gebracht werden?

👉In den 1800er Jahren gab es verschiedene Berichte über Kinder, die an Lähmungen litten, fast immer in den Beinen. Viele sprachen von einer "Kinderlähmung", andere von einer "infantilen Lähmung".

👉Dies war ein neues Phänomen: Die Ärzte hatten es noch nie gesehen und wussten nicht, warum es auftrat. Die Forschung begann zu zeigen, dass die Ursache der Lähmung auf Läsionen im grauen Teil des Rückenmarks zurückgeführt werden konnte.

👉Die Läsion im Rückenmark nannte man "Poliomyelitis". Polio = grau. Myelitis = Entzündung des Rückenmarks.

👉Eine Poliomyelitis war eine Läsion im Rückenmark. Man konnte mehr als eine davon haben. Aber man wusste nicht, warum die Kinder sie scheinbar aus dem Nichts heraus entwickelten.

👉Wissenschaftler vergifteten für ihre Forschungen Tiere absichtlich mit Arsen, einem Bestandteil beliebter medizinischer Heilmittel jener Zeit. Das Ergebnis? Lähmungen in den Hinterbeinen der Tiere.

👉Bei der Autopsie der Tiere entdeckten sie Läsionen im Rückenmark. Die Tiere hatten das, was man "Poliomyelitis" nannte.

👇👇👇👇👇👇👇👇
1,0200010
Tatsächlich wissen wir bisher sogar erstaunlich wenig darüber.

Beim Gorilla kommen dafür aber einige mögliche Quellen in Frage. So nehmen wildlebende Populationen neben ihrer überwiegend pflanzlichen Nahrung teilweise Erde, aber auch Insekten auf.

Langzeitbeobachtungen aus Gabun zeigten beispielsweise, dass sich Weberameisenreste in etwa einem Drittel der Kotproben befanden. Weitere Arbeiten zu Menschenaffen betonen ausdrücklich, dass Insekten B12 und andere Mikronährstoffe liefern können.

Gelegentlich wurde bei wilden Gorillas außerdem Koprophagie beobachtet, also die Aufnahme von Kot, wodurch theoretisch auch mikrobiell gebildete Stoffe erneut in den oberen Verdauungstrakt gelangen könnten. Gerade bei manchen Pflanzenfressern – etwa Kaninchen und verschiedenen Nagetieren – ist das ein normaler und wichtiger Bestandteil ihrer Verdauungsstrategie, weil dadurch mikrobielle Vitamine und Proteine, die erst im Blind- und Dickdarm entstanden sind, nochmals durch den Dünndarm gelangen und besser aufgenommen werden können.

Welche dieser Quellen im Leben von Gorillas tatsächlich welchen Anteil an der B12-Versorgung liefert, ist bislang jedoch nicht ausreichend geklärt. Insekten, Erde, Wasser, Kot, unbeabsichtigt mitgefressene Wirbellose und andere mikrobiell kontaminierte Nahrungsbestandteile könnten mögliche Erklärungsansätze sein. Es wäre aber zu weitgehend, aus der überwiegend pflanzlichen Ernährung solcher Tiere zu folgern, dass B12 für sie keine besondere Rolle spiele oder allein durch Pflanzenkost bereitgestellt werden kann.

Der wissenschaftlich vorsichtige Schluss lautet deshalb: Die Forschung hat bei Hinterdarmfermentierern bisher wesentlich weniger eindeutige Erkenntnisse erbracht als bei Wiederkäuern. Und auch wenn im Dickdarm B12 entsteht, bedeutet das nicht automatisch, dass ausreichend davon beim Wirtstier ankommt.

Außerdem verfügt der menschliche Körper über größere B12-Speicher, weshalb sich eine unzureichende Versorgung oft erst nach längerer Zeit bemerkbar macht. Ein zunächst unauffälliger Zustand ist deshalb nicht automatisch gleichbedeutend mit einer langfristig ausreichenden Versorgung.

Bei der Labordiagnostik lohnt sich zudem ein genauerer Blick. Serum-B12 allein bildet den Versorgungsstatus nicht immer zuverlässig ab. Bei unklaren Befunden können deshalb zusätzliche Marker wie Holotranscobalamin und Methylmalonsäure hilfreich sein.

Interessant ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass Vitamin B12 nicht nur beim Menschen, sondern bei vielen Tieren in relevanten Mengen gespeichert wird. Solche Reserven können grundsätzlich dazu beitragen, zeitweise Schwankungen in der Versorgung abzufangen und legen damit zumindest nahe, dass die B12-Zufuhr unter natürlichen Bedingungen nicht unbedingt besonders regelmäßig gewesen sein muss.

All das zeigt eigentlich, wie komplex das Thema Vitamin B12 wirklich ist.

Und welche Rolle letztendlich Umweltfaktoren wie Böden, Wasser oder fermentierte Lebensmittel in der B12-Versorgung früher Menschen tatsächlich spielten, lässt sich nicht so sicher rekonstruieren, wie es manchmal dargestellt wird.

Ich hoffe, der Beitrag konnte ein wenig Neugier wecken – und vielleicht auch Lust darauf, bekannten Dingen einmal mit anderen Augen zu begegnen.

Manchmal lohnt sich ein zweiter Blick – und manchmal führen erst der dritte, vierte oder fünfte zu einer völlig neuen Perspektive.

⭐️ @VerschuetteteHeilkunst ⭐️
1,7000012
Bei Wiederkäuern funktioniert die Versorgung grundsätzlich anders: Ihre Pansenmikroorganismen können Vitamin B12 bilden, sofern ihnen genügend Kobalt zur Verfügung steht. Je nach Futtergrundlage und Mineralstoffversorgung wird deshalb in der Tierhaltung Kobalt ergänzt. Das ist jedoch nicht dasselbe wie eine direkte B12-Supplementierung des Tieres.

Dass Wiederkäuer für die Bildung von Vitamin B12 Kobalt benötigen, ist übrigens kein Phänomen moderner Tierhaltung. Auch wildlebende Wiederkäuer wie Hirsche, Antilopen, Wildschafe oder Wildziegen sind darauf angewiesen, genügend Kobalt über ihre Nahrung und Umwelt aufzunehmen. Dieses Spurenelement benötigen ihre Pansenmikroorganismen, um Vitamin B12 herzustellen.

Der wesentliche Unterschied liegt aber darin, dass frei lebende Tiere ihre Nahrungsquellen und Aufenthaltsorte teilweise wechseln können, während Nutztiere meist auf einen begrenzten Lebensraum und eine vom Menschen zusammengestellte beziehungsweise bewirtschaftete Futtergrundlage angewiesen sind. In der Tierhaltung werden Spurenelemente deshalb häufig gezielt kontrolliert und gegebenenfalls ergänzt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass in freier Wildbahn automatisch unter allen Bedingungen eine optimale Mineralstoffversorgung gewährleistet wäre. Auch natürliche Böden und Pflanzen können sehr unterschiedlich viel Kobalt enthalten. Ist die Aufnahme dauerhaft zu gering, kann deshalb grundsätzlich auch bei einem ausschließlich grasenden Wiederkäuer die mikrobielle B12-Bildung unzureichend sein.

Ebenfalls spannend: Kobalt ist nicht nur für Wiederkäuer relevant.

Auch Pferde und Kaninchen können mithilfe ihrer Darmmikroorganismen aus Kobalt Vitamin B12 bilden. Bei Schweinen, Geflügel und auch beim Menschen funktioniert diese Versorgung dagegen nicht in vergleichbarer Weise – hier ist bereits gebildetes Vitamin B12 der entscheidende Nährstoff. Und biochemisch gilt: Jedes Vitamin-B12-Molekül enthält ein zentrales Kobaltatom – unabhängig davon, in welcher Umgebung die Mikroorganismen es gebildet haben. Daher auch der Name Cobalamin.

Bei Gorilla und Elefant ist die B12-Versorgung hingegen weniger einfach zu durchschauen, als es auf den ersten Blick erscheinen könnte.

Beide besitzen ein ausgeprägtes Darmmikrobiom und können im Hinterdarm große Mengen pflanzlicher Nahrung fermentieren. Dabei können ihre Darmmikroorganismen grundsätzlich auch verschiedene Cobalamine und andere Corrinoide bilden. Anders als bei Wiederkäuern findet diese mikrobielle Aktivität jedoch überwiegend im Blind- und Dickdarm statt.

Auch beim Menschen findet im Dickdarm eine mikrobielle Fermentation statt, allerdings ohne die ausgeprägte anatomische Spezialisierung klassischer Hinterdarmfermentierer. Unsere Darmmikroorganismen können dabei ebenfalls Cobalamine und andere Corrinoide bilden. Für die B12-Versorgung des Körpers spielt das jedoch offenbar nur eine geringe Rolle, weil Vitamin B12 hauptsächlich bereits zuvor im terminalen Ileum, dem letzten Abschnitt des Dünndarms, aufgenommen wird. Was erst danach im Dickdarm entsteht, befindet sich damit hinter dem wichtigsten regulären Aufnahmeort. Hinzu kommt, dass ein großer Teil der dort gebildeten Corrinoide nicht dem biologisch aktiven Vitamin B12 entspricht, das der menschliche Stoffwechsel nutzen kann.

Ein ähnliches Problem stellt sich auch bei Gorilla und Elefant: Obwohl ihre Hinterdarmfermentation wesentlich stärker ausgeprägt ist als beim Menschen, lässt sich daraus nicht automatisch ableiten, dass ihr gesamter B12-Bedarf durch die dort gebildeten Cobalamine gedeckt wird. Ob und in welchem Umfang diese dem Tier tatsächlich zur Verfügung stehen und welche weiteren Quellen zu ihrer Versorgung beitragen, ist bislang nur unvollständig geklärt.

👇👇👇👇👇👇👇👇
1,580007
Ein häufiger Einwand lautet, dass Vitamin-B12-Mangel keineswegs nur bei vegan lebenden Menschen vorkommt. Das stimmt. Auch Mischköstler können einen B12-Mangel entwickeln – allerdings häufig aus anderen Gründen.

Bei Menschen, die tierische Lebensmittel essen, liegt das Problem oft nicht primär in einer fehlenden B12-Zufuhr, sondern in einer gestörten Aufnahme oder Verwertung. Atrophische Gastritis, perniziöse Anämie, Erkrankungen oder Operationen des Magen-Darm-Trakts, höheres Lebensalter sowie bestimmte Medikamente wie Metformin oder Protonenpumpenhemmer können die B12-Aufnahme beeinträchtigen. Bei der perniziösen Anämie fehlt beziehungsweise funktioniert der sogenannte Intrinsic Factor nicht ausreichend – ein im Magen gebildetes Protein, das für die reguläre Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm benötigt wird.

Bei vegan lebenden Menschen können dieselben Probleme natürlich ebenfalls auftreten. Ohne Supplemente, angereicherte Lebensmittel oder andere verlässliche B12-Quellen kommt jedoch ein zusätzlicher Risikofaktor hinzu: die geringe beziehungsweise fehlende regelmäßige Zufuhr biologisch verfügbaren Vitamin B12.

Die Daten passen zu dieser Unterscheidung. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2024 zeigte bei vegan lebenden Erwachsenen im Durchschnitt ungünstigere B12-Marker als bei Omnivoren. Besonders aufschlussreich war, dass supplementierende Veganer bei allen untersuchten Biomarkern deutlich bessere Werte hatten als nicht supplementierende Veganer. Auch einzelne größere Untersuchungen wie EPIC-Oxford fanden deutlich niedrigere durchschnittliche Serum-B12-Werte bei Veganern. Umgekehrt zeigen Studien an gut supplementierten vegan lebenden Gruppen, dass auch bei rein pflanzlicher Ernährung ein normaler B12-Status erreicht werden kann.

Trotzdem sollte man solche Vergleiche nicht überinterpretieren. Viele Studien sind Beobachtungsstudien, und weder Serum-B12 noch andere Marker sind für sich allein vollkommen eindeutig. Dabei sollte außerdem zwischen ungünstigen beziehungsweise grenzwertigen B12-Biomarkern und einem klinisch manifesten B12-Mangel unterschieden werden – beides ist nicht automatisch dasselbe. Auch Meta-Analysen übernehmen die Schwächen ihrer Ausgangsstudien, etwa unterschiedliche Populationen, Grenzwerte, Ernährungsdauer und Supplementierungsgewohnheiten.

Deshalb ist weniger eine einzelne Prozentzahl entscheidend als das Gesamtbild verschiedener Untersuchungsmethoden. Dieses spricht dafür, dass B12-Mangel sowohl bei Veganern als auch bei Mischköstlern vorkommen kann, die Ursachen aber häufig unterschiedlich gelagert sind. Entscheidend ist, ob ausreichend Vitamin B12 zugeführt wird und ob der Körper dieses B12 tatsächlich aufnehmen und verwerten kann.

In Diskussionen über Vitamin B12 und vegane Ernährung begegnet einem auch häufig das Argument, dass Nutztiere B12 supplementiert bekämen und Fleischesser ihr Vitamin B12 deshalb letztlich ebenfalls nur „über den Umweg des Tieres“ beziehungsweise in Form „indirekter Supplementierung“ aufnähmen.

Daran ist ein Teil richtig: In der Nutztierhaltung werden Vitamine und Spurenelemente gezielt ergänzt, und bei manchen Tierarten und Haltungsformen kann auch Vitamin B12 direkt supplementiert werden. Die pauschale Schlussfolgerung, tierische Lebensmittel enthielten B12 grundsätzlich nur deshalb, weil Nutztiere zuvor fertiges Vitamin B12 erhalten hätten, greift jedoch zu kurz.

👇👇👇👇👇👇👇👇
975004
Tempeh ist dafür ein gutes Beispiel: In manchen Untersuchungen wurden relevante B12-Mengen gefunden, wobei offenbar begleitende Bakterien und nicht der typische Rhizopus-Schimmel selbst die entscheidende Quelle waren.

Auch bei Sauerkraut, Natto und teilweise Kimchi wurden B12 beziehungsweise andere Corrinoide beschrieben. Solche Nachweise zeigen, dass Fermentation grundsätzlich eine nichttierische B12-Quelle sein kann.

Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass eine rein pflanzliche Ernährung unter naturnahen Bedingungen genügend B12 liefert.

In pflanzlichen Lebensmitteln kann Vitamin B12 auf unterschiedlichen Wegen vorkommen. Es wird dabei nicht von der Pflanze selbst gebildet, sondern stammt letztlich von Mikroorganismen – etwa von Bakterien auf Pflanzenoberflächen oder im Boden, durch mikrobielle Fermentation oder, bei manchen Arten, durch die Aufnahme und Anreicherung von B12 aus ihrer Umgebung.

Allerdings schwanken sowohl die enthaltenen Mengen als auch die vorkommenden Corrinoidformen erheblich. Der bloße Nachweis von B12 in einem pflanzlichen Lebensmittel bedeutet deshalb noch nicht automatisch, dass es sich um eine zuverlässige B12-Quelle für Menschen handelt. Dafür ist zusätzlich entscheidend, wie viel enthalten ist, in welcher chemischen Form das B12 vorliegt und ob diese Form tatsächlich biologisch verfügbar ist.

Für die häufig wiederholte Behauptung, unsere Vorfahren hätten ihren B12-Bedarf zuverlässig über ungewaschene Pflanzen, Erde oder natürliches Wasser gedeckt, fehlt bislang eine entsprechend belastbare Datenbasis.

Umgekehrt sollte man auch die übliche Aussage, B12 komme ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor, nicht zu wörtlich nehmen. Tierische Lebensmittel sind für Menschen zwar besonders zuverlässige natürliche Quellen, doch auch bestimmte nichttierische Quellen können aktives B12 enthalten.

Entscheidend ist daher weniger die Frage, ob B12 theoretisch irgendwo außerhalb tierischer Lebensmittel vorkommen kann, sondern ob eine Quelle den Menschen zuverlässig und in ausreichender Menge mit biologisch verfügbarem B12 versorgt.

Dazu sagt die bisherige Datenlage, dass Menschen, die sich vegan ernähren und keine verlässliche B12-Quelle nutzen, im Durchschnitt häufiger ungünstige B12-Marker aufweisen; Supplementierung oder gezielt B12-angereicherte Lebensmittel verbessern diese Werte zuverlässig. Das spricht nicht dagegen, dass Menschen in anderen Umwelten zusätzlich B12 aus mikrobiell kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser aufnehmen könnten. Es zeigt aber, dass wir keine sichere natürliche B12-Versorgung mit einer rein pflanzlichen Ernährung ableiten können.

👇👇👇👇👇👇👇👇
1,010007
Photo
Auch beim Vitamin B12 lohnt sich ein genauerer Blick, denn hier werden häufig auf beiden Seiten sehr verkürzte Aussagen gemacht.

Richtig ist zunächst: Vitamin B12 wird weder von Pflanzen noch von Tieren selbst hergestellt, sondern von bestimmten Mikroorganismen. In diesem Sinne ist B12 also kein „tierisches“ Vitamin. Auch bestimmte nichttierische Lebensmittel können biologisch aktives B12 enthalten. Für einzelne Algen wie Nori und bestimmte Chlorella-Produkte gibt es inzwischen sogar Hinweise aus Humanstudien, dass das enthaltene B12 bioverfügbar sein kann.

Interessant sind auch fermentierte pflanzliche Lebensmittel: Während der Fermentation können beteiligte Mikroorganismen Vitamin B12 oder andere Corrinoide bilden.

👇👇👇👇👇👇👇👇
1,070005
Bei der Frage, ob es früher streng vegan lebende Gesellschaften gegeben hat, kommt noch ein grundsätzliches methodisches Problem hinzu: Eine überwiegend pflanzliche Ernährung lässt sich wesentlich leichter nachweisen als eine tatsächlich vollständig pflanzliche Ernährung unter Ausschluss sämtlicher tierischer Nahrungsquellen.

Archäologische und isotopenbasierte Untersuchungen können Hinweise darauf liefern, welche Nahrungsgruppen einen größeren oder kleineren Anteil hatten. Sie können aber nur sehr schwer ausschließen, dass gelegentlich Fisch, Muscheln, Eier, Insekten, Honig oder andere tierische Nahrungsmittel verzehrt wurden. Auch wenn an einer Fundstelle keine tierischen Nahrungsreste nachgewiesen werden, bedeutet das nicht automatisch, dass überhaupt keine tierische Nahrung gegessen wurde. Erhaltungsbedingungen, Stichprobengröße und die jeweiligen Untersuchungsmethoden setzen hier klare Grenzen.

Eine streng pflanzliche Ernährung über längere Zeiträume und ganze Populationen hinweg archäologisch nachzuweisen, wäre deshalb ausgesprochen schwierig. Man müsste praktisch zeigen, dass sämtliche relevanten tierischen Nahrungsquellen dauerhaft fehlten – ein solcher Negativnachweis ist mit den verfügbaren Methoden kaum sicher zu führen.

Wissenschaftlich lässt sich deshalb nicht ausschließen, dass einzelne Populationen über längere Zeiträume streng pflanzlich lebten. In den größeren ethnographischen Vergleichsdaten ist eine solche Ernährungsweise jedoch nicht als klar belegtes, dauerhaftes und verbreitetes Muster dokumentiert.

Was sich aus den vorhandenen Daten vor allem ableiten lässt, ist keine ursprünglich einheitliche Ernährungsform, sondern eine außergewöhnlich große Anpassungsfähigkeit an sehr unterschiedliche Nahrungsangebote.

⭐️ @VerschuetteteHeilkunst ⭐️
1,3700013
Gerade solche Gesellschaften, die über lange Zeiträume nur begrenzt vom modernen industrialisierten beziehungsweise westlich geprägten Lebensstil beeinflusst waren oder erst vergleichsweise spät intensiver mit ihm in Kontakt kamen, zeigen ein ausgesprochen vielfältiges Bild – und sprechen damit gegen die Vorstellung einer ursprünglich grundsätzlich rein oder nahezu rein pflanzlichen menschlichen Ernährung.

Natürlich sind heutige indigene Jäger-und-Sammler-Gesellschaften keine unveränderten Abbilder prähistorischer Menschen. Sie zeigen jedoch, welche Bandbreite menschlicher Ernährungsstrategien sich unter sehr unterschiedlichen, nichtindustrialisierten Lebensbedingungen entwickelt hat.

So bestand die traditionelle Ernährung australischer Aborigines-Gruppen aus einer breiten Kombination tierischer und pflanzlicher Nahrung. Dokumentiert sind unter anderem Wildfleisch einschließlich Innereien und Knochenmark sowie Wurzeln, Knollen, Samen, Früchte und Nüsse.

Bei den Hadza in Tansania, einer der bekanntesten noch heute untersuchten Jäger-und-Sammler-Gesellschaften, gehören Fleisch und Honig ebenso zum traditionellen Nahrungsspektrum wie Knollen, Beeren und Baobab-Früchte. Welche dieser Nahrungsmittel tatsächlich gegessen werden, verändert sich deutlich mit Jahreszeit und Verfügbarkeit.

Auch im Amazonasgebiet finden sich sehr anschauliche Beispiele. Die Paiter Suruí in Brasilien integrierten traditionell neben pflanzlichen Lebensmitteln zahlreiche wirbellose Tiere in ihre Ernährung. In einer ethnobiologischen Untersuchung wurden 61 traditionell verwendete Wirbellose dokumentiert, darunter Käferlarven, Raupen, Ameisen, Bienenlarven sowie verschiedene Krebstiere. Einige dieser Traditionen sind durch den zunehmenden Kontakt mit der modernen Gesellschaft inzwischen sogar zurückgegangen.

Und größere anthropologische Auswertungen zeichnen insgesamt kein Bild einer ursprünglich überwiegend oder grundsätzlich rein pflanzlichen menschlichen Ernährung, sondern vielmehr eines sehr breiten Spektrums unterschiedlicher Ernährungsweisen.

Eine neuere Übersichtsarbeit von Pontzer und Wood kommt zu dem Ergebnis, dass menschliche Ernährung sowohl in der Vergangenheit als auch bei traditionell lebenden Gesellschaften außerordentlich variabel war. Bei warmklimatischen Jäger-und-Sammler-Gruppen lag das Verhältnis pflanzlicher zu tierischer Nahrung im Mittel ungefähr bei 50:50, während in kälteren Regionen und bei stärker auf Fischfang oder Tierhaltung ausgerichteten Gesellschaften tierische Nahrung einen größeren Anteil einnahm. Andere Populationen wiederum lebten deutlich pflanzenreicher. Die Autoren betonen deshalb ausdrücklich, dass es keinen einheitlichen paläolithischen Ernährungstyp gab.

Interessant ist auch eine methodisch strengere Untersuchung aus dem Jahr 2023, in der 15 besonders hochwertige quantitative Ernährungsstudien zu 11 tropischen Jäger-und-Sammler-Gruppen ausgewertet wurden. Auch hier zeigte sich eine erhebliche Bandbreite.

Auffällig war zudem, dass Untersuchungen, die die tatsächlich verzehrte Nahrung über längere Zeiträume und sowohl innerhalb als auch außerhalb der Camps erfassten, häufig einen höheren Anteil tierischer Nahrung fanden als weniger umfassende Erhebungen. Gerade das zeigt, wie vorsichtig ältere ethnographische Prozentangaben interpretiert werden müssen.

In den größeren ethnographischen Vergleichsarbeiten zu traditionellen Jäger-und-Sammler-Gesellschaften findet sich jedenfalls kein klar dokumentiertes Muster dauerhaft streng vegan lebender Populationen. Stark pflanzenbetonte Ernährungsweisen kommen durchaus vor, doch die untersuchten Gesellschaften nutzen in unterschiedlichem Umfang auch tierische Nahrungsquellen.

👇👇👇👇👇👇👇👇
1,190004
Besonders deutlich wird das am Beispiel der Neandertaler aus El Sidrón in Spanien. Die entsprechende Studie konnte verschiedene pflanzliche Nahrungsbestandteile nachweisen, während in den untersuchten Proben keine tierische DNA gefunden wurde. Das ist ein interessanter Befund – aber kein Beweis dafür, dass diese Menschen überhaupt kein Fleisch verzehrten.

Zahnstein bildet die Ernährung weder vollständig noch mengenmäßig repräsentativ ab. Welche Nahrungsbestandteile darin über Zehntausende Jahre erhalten bleiben und anschließend molekular nachweisbar sind, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Ein fehlender Nachweis ist deshalb nicht mit dem Nachweis eines vollständigen Fehlens gleichzusetzen.

Andere Untersuchungsmethoden ergaben jedoch ein differenzierteres Bild. Eine Analyse der Zahnabnutzung von acht Neandertalern aus El Sidrón deutete auf eine gemischte Ernährung mit sowohl tierischen als auch pflanzlichen Bestandteilen hin. Auch von zahlreichen anderen Neandertalerfundstellen ist die Nutzung tierischer Ressourcen gut belegt. Umgekehrt ist ebenso gut belegt, dass Neandertaler verschiedenste Pflanzen verzehrten und teilweise zubereiteten.

Dabei messen die verschiedenen Verfahren zudem nicht dasselbe: Isotopenanalysen, Zahnstein, Tierknochen, Pflanzenreste und Zahnabnutzung beleuchten jeweils nur bestimmte Ausschnitte der Ernährung.

Die belastbare Schlussfolgerung lautet daher weder, Neandertaler seien grundsätzlich starke Fleischesser, noch, ihre Ernährung sei grundsätzlich überwiegend pflanzlich gewesen. Die Daten sprechen vielmehr für erhebliche regionale und zeitliche Unterschiede.

Das spricht weniger für die Vorstellung einer ursprünglich nahezu rein pflanzlichen Ernährung als für eine bemerkenswerte ernährungsphysiologische und kulturelle Flexibilität.

Aber springen wir von den Neandertalern nun zu Homo sapiens und schauen darauf, welche Ernährungsweisen sich bei traditionell lebenden indigenen Gesellschaften entwickelt haben.

👇👇👇👇👇👇👇👇
1,120000
Zucker und Süßwaren waren in vielen europäischen Ländern rationiert, zeitweise kaum erhältlich oder für große Teile der Bevölkerung unerschwinglich. Gleichzeitig ging die Karies bei Kindern auffallend zurück.

Besonders gut ist dies für Norwegen dokumentiert: Zwischen 1940 und 1948 wurden dort jedes Jahr 8.000 bis 9.000 Schulkinder zahnärztlich untersucht; die länger laufende Untersuchungsreihe umfasste insgesamt rund 60.000 Kinder im Alter von sieben bis dreizehn Jahren. Von 1940 bis 1946 nahm die Zahl kariesfreier Siebenjähriger um das Drei- bis Vierfache zu. Die durchschnittliche Zahl der von Karies betroffenen Zahnflächen sank in dieser Altersgruppe um 83 Prozent.

👉Je nach untersuchter Gruppe lag der Rückgang gegenüber der Vorkriegszeit bei 50 bis 75 Prozent; bei jüngeren Kindern fiel er teilweise sogar noch stärker aus.

Nach dem Krieg verlief die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung. Als Zucker, Süßwaren und raffinierte Kohlenhydrate wieder leichter erhältlich waren, stieg die Kariesrate ab 1946 erneut an und näherte sich in den folgenden Jahren dem Vorkriegsniveau. Ähnliche Beobachtungen wurden aus Dänemark, Finnland, England und den Niederlanden gemeldet. In Schweden, das vom Krieg und den Versorgungsbeschränkungen weniger stark betroffen war, waren die Veränderungen dagegen wesentlich geringer.

Die damaligen Forschenden führten den Rückgang nicht ausschließlich auf Zucker zurück. Während der Rationierung veränderte sich die gesamte Ernährung: Raffinierte Kohlenhydrate wurden knapper, zugleich wurden teilweise mehr Kartoffeln, Gemüse und andere wenig verarbeitete Lebensmittel gegessen. Dennoch folgte die Karieskurve der Verfügbarkeit von Zucker so deutlich, dass diese historischen Beobachtungen gar nicht genug hervorgehoben werden können.

Selbstverständlich sind Nahrungsmittelknappheit und Kriegsrationierung keine wünschenswerten Mittel der Gesundheitsvorsorge. Doch die historischen Daten machen sichtbar, was in Zeiten des Überflusses leicht übersehen wird: Verschwindet Zucker weitgehend aus der alltäglichen Lebensmittelumgebung, kann sich die Zahngesundheit einer ganzen Generation innerhalb weniger Jahre deutlich verbessern. Kehrt er in großen Mengen zurück, kehrt auch die Karies zurück.

⭐️ ⭐️
3,4500023
Photo
Als der Zucker knapp wurde: Von einem unbeabsichtigten Großexperiment

Wie stark die Verfügbarkeit von Zucker die Zahngesundheit beeinflussen kann, zeigte sich während des Zweiten Weltkriegs beinahe wie in einem unbeabsichtigten Großexperiment. 

👇👇👇👇👇👇👇👇
2,840007
Video
Die große Zuckerlüge
ARTE Dokumentation, 2015

Jahrzehntelang gelang es der Zuckerindustrie, Verbraucher zu täuschen und ihre Produkte schönzureden. Die gesundheitsschädliche Wirkung von übermäßigem Zuckerkonsum wurde bewusst verschwiegen oder sogar geleugnet. Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen waren für viele Konsumenten die bittere Folge.

Wie konnte die Zuckerlobby derart mächtig werden, dass sie ähnliche Strategien wie einst die Tabakindustrie einsetzte und damit erfolgreich ihren Einfluss auf die Verbraucher stärkte?

Ist Zucker Gift? Wie hat es die Lebensmittelindustrie geschafft, dass wir uns diese Frage nicht mehr – oder viel zu selten – stellen?

👉🏻 https://netzfrauen.org/2015/10/13/die-grosse-zuckerluege-die-enorme-macht-der-zuckerlobby/


https://t.me/gesundheitobjektiv

🎞 https://t.me/gesundheitobjektiv

📄 https://t.me/gesundheitobjektiv

📄 https://t.me/gesundheitobjektiv
1,900008
Welche Lebensmittel wählen kleine Kinder, wenn niemand ihnen vorschreibt, was sie essen sollen? - Teil 3️⃣

Gerade darin liegt ein bemerkenswerter Kontrast zur Gegenwart. Getreide begegnet Kindern heute häufig in stark verarbeiteter Form: zum Frühstück als gezuckerte Cerealien oder Toast mit Marmelade, Honig oder Schokocreme, in der Brotdose als Cracker, Kekse oder Müsliriegel, mittags als Nudeln mit Ketchup oder Pizza und zwischendurch als Gebäck.

Viele getreidehaltige Produkte, die Kinder heute bevorzugen, sind geschmacklich so gestaltet, dass sie mit einem schlichten Haferbrei oder gekochtem Vollkorngetreide kaum noch vergleichbar sind. Hinzu kommt, dass ausgerechnet die an Kinder gerichteten Varianten häufig noch mehr Zucker enthalten als vergleichbare Produkte für Erwachsene. Bunte Figuren, spielerische Formen und Gesundheitsversprechen erzeugen dabei den Eindruck eines besonders geeigneten Kinderlebensmittels – obwohl die Nährwerte oft eine andere Sprache sprechen.

Dass der Handel eine nahezu unüberschaubare Vielfalt solcher Produkte hervorbringt, ist wirtschaftlich gut erklärbar. Gerade aus preiswertem Getreide lassen sich durch Mahlen, Extrudieren, Süßen, Aromatisieren, Formen und eine attraktive Verpackung zahlreiche klar unterscheidbare Markenprodukte herstellen: Frühstücksflakes, Schokokissen, Müsliriegel, Kekse, Cracker, Kinderbreie und Snacks. Der Rohstoff bleibt vergleichsweise lächerlich günstig, während durch Verarbeitung, Marke und Vermarktung eine erhebliche Wertsteigerung erzielt wird. Untersuchungen der amerikanischen Frühstückscerealienindustrie bezeichneten diese historisch gesehen sogar als einen der profitabelsten Bereiche der Lebensmittelverarbeitung. Die enorme Auswahl im Supermarkt ist deshalb weniger Ausdruck von Individualität und echter Vielfalt – sie ist vor allem auch das Ergebnis eines lukrativen Geschäftsmodells.

Damit stellt sich eine unbequeme Frage: Wie gut können Kinder Hunger, Sättigung und körperliche Bedürfnisse noch regulieren, wenn sie nicht mehr nur zwischen schlichten Lebensmitteln wählen sollen, sondern ständig von süßen, aromatisierten und gezielt besonders schmackhaft gestalteten Produkten umgeben sind? Nicht umsonst ist im europäischen Raum mittlerweile jedes vierte Kind zwischen sieben und neun Jahren von Übergewicht, einschließlich Adipositas, betroffen. Parallel dazu beobachten Ärzte auch immer früher Erkrankungen, die lange als typische Leiden des Erwachsenenalters galten: Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und eine metabolische Fettleber. Das wirft unweigerlich die Frage auf, welchen Anteil unsere heutige Ernährungsweise an dieser Entwicklung hat.

Clara Davis ließ die Kinder nicht aus der heutigen Supermarktvielfalt wählen. Sie ließ sie ihre Mahlzeiten aus einer sorgfältig begrenzten Auswahl einfacher Lebensmittel zusammenstellen. Davis schrieb selbst, dass die ersten Entscheidungen der Säuglinge noch eher zufällig wirkten. Vorlieben entstanden erst durch wiederholtes Probieren, ihren persönlichen Geschmack und vermutlich auch durch das körperliche Befinden nach dem Essen.

Vielleicht liegt genau darin die aktuellste Erkenntnis ihres fast hundert Jahre alten Experiments: Gesunde, instinktive Selbstregulation braucht mehr als ein paar gesunde Lebensmittel in einem Wust aus Müll. Denn Kinder wissen nicht automatisch, was sie brauchen.

Das Davis-Experiment wirft in meinen Augen noch eine andere Frage auf: Warum führen wir kleine Kinder überhaupt so früh an Süßigkeiten und hochverarbeitete Produkte heran – und feiern den ersten Schokokeks oder das erste Eis beinahe wie einen wunderbaren Entwicklungsschritt?

Gerade in den ersten Lebensjahren verlangen Kinder kaum nach Lebensmitteln, die sie noch gar nicht kennen. Nie wieder ist es so einfach, ihre Geschmacksprägung zu schützen und ihnen die vielfältige Welt einfacher, natürlicher und möglichst unverarbeiteter Lebensmittel zu eröffnen.

⭐️ ⭐️
1,9500019
Welche Lebensmittel wählen kleine Kinder, wenn niemand ihnen vorschreibt, was sie essen sollen? - Teil 2️⃣

An der Langzeitstudie nahmen 15 Säuglinge teil, die zu Beginn zwischen sechs und elf Monate alt waren. Bei jeder Mahlzeit erhielten sie eine Auswahl aus einfachen Lebensmitteln. Die Pflegekräfte durften nichts empfehlen und kein Kind zum Essen überreden. Auch Tischmanieren spielten keine Rolle: Die Kinder durften mit den Fingern essen, und wenn etwas auf dem Lätzchen, dem Tisch oder dem Boden landete, wurden sie weder getadelt noch korrigiert. Erst wenn ein Kind auf eine Schale zeigte oder danach griff, durfte die Pflegekraft ihm einen Löffel davon geben. Öffnete das Kind den Mund, wurde es gefüttert.

Die gesamte Auswahl umfasste 34 Positionen - einschließlich der Getränke: Milch, Eier, Fisch und verschiedene Fleischsorten, aber auch Leber, Nieren, Hirn und Knochenmark. Hinzu kamen Obst, mehrere Getreidearten sowie zahlreiche Gemüsesorten, darunter Rote Bete, Karotten, Tomaten, Salat, Kartoffeln und verschiedene Kohlarten. Einige Lebensmittel wurden sowohl roh als auch gekocht angeboten (sogar Rindfleisch, Knochenmark und Eier), andere ausschließlich in einer der beiden Zubereitungsformen. Trinken konnten die Kinder Wasser, frische ungesäuerte Rohmilch, kultivierte Sauermilch und ungesüßten Orangensaft. Selbst Salz wurde separat bereitgestellt und konnte frei gewählt werden. Fertiggerichte, Süßigkeiten, gesüßte Getränke, Gewürze und ähnliches gab es nicht.

Die Mahlzeiten der Kinder wirkten mitunter abenteuerlich. Davis berichtet beispielsweise von einem Frühstück aus einem halben Liter Orangensaft (aus frischen Orangen) und Leber. Andere Kinder aßen zeitweise mehrere Eier oder Bananen hintereinander. Ihre Vorlieben änderten sich immer wieder, und kein Kind stellte sich denselben Speiseplan zusammen wie ein anderes.

Über längere Zeit betrachtet entwickelten sich die Kinder dennoch gut. Die anfangs unterernährten Kinder nahmen zu, und selbst diejenigen, die mit Rachitis in die Untersuchung gekommen waren, zeigten später gut mineralisierte Knochen. Kein Kind ernährte sich dauerhaft extrem einseitig.

Besonders interessant: Ihre Ernährung wurde weder von Gemüse noch von Getreide dominiert. Davis stellte ausdrücklich fest, dass keines der Kinder die damals übliche, vorwiegend aus Milch und Getreide bestehende Kleinkinderkost wählte. Viele Kinder bevorzugten zeitweise Obst, Milch, Eier, Fleisch und Innereien. Gemüse und Getreide wurden ebenfalls gegessen, bildeten aber nicht automatisch die Grundlage jeder Mahlzeit.

Dabei ist ein entscheidendes Detail zu beachten: Das angebotene Getreide hatte wenig mit vielen heutigen Kinderprodukten gemeinsam. Es handelte sich überwiegend um einfache Vollkorngetreide wie Hafer, Weizen, Mais und Gerste, die separat, häufig gekocht und ohne Zucker, Gewürze oder weitere Zutaten angeboten wurden. Die einzige etwas weiter verarbeitete Ausnahme war ein sehr schlichtes Knäckebrot, bestehend aus nur zwei Zutaten: vermahlenen ganzen Roggenkörnern und Wasser.

Es gab kein gezuckertes Frühstücksmüsli, keine Frühstücksflakes, keine Kekse, keine süßen Riegel und kein aus zahlreichen Zutaten hergestelltes Gebäck. Auch Brot und andere zusammengesetzte Speisen waren bewusst ausgeschlossen, damit jedes Lebensmittel für sich gewählt wurde.

👇👇👇👇👇👇👇👇
1,5700013
Welche Lebensmittel wählen kleine Kinder, wenn niemand ihnen vorschreibt, was sie essen sollen? - Teil 1️⃣

In den 1920er-Jahren begann die amerikanische Kinderärztin Clara M. Davis eines der ungewöhnlichsten Ernährungsexperimente der Medizingeschichte.

Wie revolutionär Davis’ Versuch war, versteht man erst vor dem Hintergrund der damaligen Kinderheilkunde. Ein einflussreicher Ratgeber des amerikanischen Kinderarztes L. Emmett Holt behandelte die Säuglingsernährung beinahe wie einen Medikamentenplan: Für jedes Alter waren feste Uhrzeiten, Abstände und Mengen vorgesehen. Ein zwölf Monate altes Kind sollte beispielsweise um 6.30 Uhr eine genau bemessene Mischung aus Milch und Getreideschleim erhalten, um 9 Uhr ein bis zwei Unzen Orangensaft, um 10 Uhr wieder Milch mit Schleim, um 14 Uhr etwas Fleischsaft, Ei oder Brühe und anschließend erneut Milch und Getreide. Selbst die Stilldauer wurde begrenzt – höchstens zwanzig Minuten –, und Regelmäßigkeit galt als oberstes Gebot. Zahlreiche gewöhnliche Lebensmittel hielt man bei kleinen Kindern für unverdaulich: Gemüse sollte erst nach dem dritten Lebensjahr in winzigen Mengen eingeführt werden, Blumenkohl und Rüben teilweise erst mit sechs oder sieben Jahren. Leber und Nieren sollten nach Holts Empfehlung sogar bis nach dem zehnten Geburtstag gemieden werden.

Auch in Europa wurde die Säuglingsernährung zunehmend „verwissenschaftlicht“. Kinderärzte entwickelten feste Fütterungszeiten, altersabhängige Mengen und genau berechnete Nahrungsmischungen. Mehlbrei, Brotsuppe und Getreideschleim gehörten vielerorts schon in den ersten Lebensmonaten zur üblichen Säuglingskost; in einzelnen Regionen wurden sie sogar als Ersatz für Muttermilch verwendet. Gemüse, Obst, Eier, Fleisch und besonders Innereien galten dagegen häufig als schwer verdaulich und wurden entsprechend vorsichtig und schrittweise eingeführt. Zugleich gehörten Appetitlosigkeit, Essensverweigerung und der Kampf um „noch einen Löffel“ zu den häufigsten Problemen der damaligen Kinderernährung.

Vor diesem Hintergrund war Davis’ Experiment geradezu ein Affront: Sie setzte sechs bis elf Monate alten Säuglingen genau solche Lebensmittel vor – Leber, Nieren, Gemüse, Eier, Fisch und Fleisch – und ließ nicht den ärztlichen Zeit- und Mengenplan, sondern Appetit, Hunger und Sättigung der Kinder entscheiden.

Sie formulierte mehrere konkrete Forschungsfragen: Können Säuglinge aus einer größeren Auswahl selbstbestimmt genügend Nahrung für ihre Entwicklung aufnehmen? Entwickeln sie deutliche Vorlieben? Würden sie sich eher vegetarisch, fleischbetont oder gemischt ernähren? Können sie gewöhnliche Lebensmittel verdauen, ohne unter Durchfall, Erbrechen oder Verdauungsbeschwerden zu leiden? Und würden Wachstum, Zahnentwicklung, Gewichtszunahme und allgemeines Wohlbefinden mit denen konventionell gefütterter Kinder mithalten können?

👇👇👇👇👇👇👇👇
1,600009
Video
Wie Kinder von der Geburt an für die Industrie angefüttert werden

Der Grund, weshalb wir keine natürlichen Instinkte zur Nahrungsaufnahme mehr besitzen.
Wir werden praktisch von Geburt an, an Geschmacksverstärker gewöhnt und die Industrie streichelt uns die Köpfchen und vermittelt uns das falsche Gefühl, den richtigen Weg zu gehen.

Somit versagt nach und nach mehr unsere natürliche, angeborene Appetitsteuerung. Ein Grund mehr wieder mehr auf natürliche, gesunde Lebensmittel zurück zu greifen.

Wir appellieren an die Mütter und Väter da draussen. Nehmt euch mal die Zeit für dieses Video, geht in euch und hinterfragt euer Konsumverhalten. Es liegt an uns allein, was wir unseren Kindern geben.

Vivoterra - Die Schatzkammer des Wissens | Bitte Kanal abonnieren und Teilen 🙏 https://t.me/Vivoterra
1,270009
pinned «Immer wieder liest und hört man von der systematischen Unterdrückung und Verunglimpfung von Naturheilverfahren. Und dann lese ich in denselben alternativen Medien wieder und wieder, ohne auch nur einen Hauch von Skepsis: Vitamin C wäre wirkungslos. Intensivmedizinische…»
0000
Photo
An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an alle, die hier mitlesen, mitdenken und Gedanken weitertragen. An alle, die nicht vorschnell urteilen, sondern Fragen stellen, genauer hinsehen und sich ihre Neugier und Offenheit bewahren.

Euer aufmerksames Hinterfragen – und die Art, wie ihr in der Welt seid – macht einen Unterschied. Vielleicht nicht immer laut oder unmittelbar sichtbar, aber dennoch spürbar.

Danke, dass ihr da seid.♡
2,7000079
In wenigen Tagen ist es soweit – hast du Lust, Geburt mit neuen Augen zu sehen?

Viele wissen bereits, wie wichtig Balance und Bewegung unter der Geburt sein können.
Aber was, wenn alles, was wir vorschlagen oder ausprobieren, trotzdem kaum etwas verändert?
Wenn das Baby nicht tiefer tritt, obwohl „alles richtig“ aussieht?
Wenn die Geburt festgefahren zu sein scheint?

Das ist der Punkt, an dem es wirklich spannend wird.
Denn jede Geburt hat ihre eigene Handschrift und Geschichte.
Sie zeigt sich in der Atmung, in der Reaktion des Nervensystems, in der Beweglichkeit des Beckenbodens oder in festgehaltenen Spannungsmustern.
Die Kunst liegt darin, diese Hinweise lesen zu lernen.

Nicht das Gefühl zu haben, zu raten.
Nicht einfach eine Liste abzuarbeiten.
Nicht zu denken: „Das hat bei den letzten Geburten doch auch geholfen.“
Sondern zu verstehen:
Warum kann eine Position in einem Moment hilfreich sein — und in einem anderen kaum etwas verändern?
Was braucht diese Frau und dieses Baby gerade? In genau diesem Moment?

Wenn du Geburt als dynamischen Prozess besser verstehen und mit mehr Klarheit, Verständnis und Vertrauen begleiten möchtest — melde dich zur kostenlosen dreiteiligen Better Birth Pro Fortbildung an.

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Better Birth Pro
21.–23. Juli
jeweils 19–20 Uhr deutscher Zeit

https://bodyreadymethod.com/better-birth-pro-2026-signup/
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

P.S. Für alle, die sich bereits mit der BRM Fachausbildung beschäftigen: Die Anmeldung für das Pro Training ist bis zum 25. September möglich. Bis zum 31. Juli kannst du dich noch zum Frühbucherpreis anmelden. Mit dem Thank You Code „tyc20261595“ sparst du zusätzlich 100 Dollar.
https://bodyreadymethod.com/professionals/training/?utm_source=chatgpt.com
2,430009

Showing 30 of 50 posts

Avaliação

Login necessário

Frequently Asked Questions

Sobre o que é o canal Telegram Verschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt?+

Verschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt (@verschuetteteheilkunst) é um canal Telegram listado em Aprendizado de Idiomas no tgdio. Ranking, avaliações, reviews e posts recentes para decidir antes de assinar. Atualmente lista cerca de 6.445 inscritos no tgdio.

Como entrar em Verschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt (@verschuetteteheilkunst) no Telegram?+

Abra o perfil no tgdio e use Join / Open in Telegram para assinar @verschuetteteheilkunst de graça.

Verschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt é um bom canal de Aprendizado de Idiomas?+

No tgdio você pode ver avaliação, reviews, ranking e posts de Verschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt antes de entrar. Atualmente lista cerca de 6.445 inscritos no tgdio. Compare com canais similares de Aprendizado de Idiomas.

Onde ver estatísticas e posts de Verschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt?+

No tgdio, abra @verschuetteteheilkunst para stats de inscritos, ranking, avaliações e posts. Use Stats para gráficos.